Preiserhöhung bei Vodafone: Worum geht es und was können betroffene Kunden tun?

Preiserhöhung bei Vodafone: Worum geht es und was können betroffene Kunden tun?

Im Laufe des Monats März erhielten einige Vodafone-Kunden unangenehme E-Mails, in denen eine Preiserhöhung ab Mai 2023 angekündigt wurde. Worum geht es bei dieser Preiserhöhung? Welche Kunden und Verträge sind betroffen? Und was können Betroffene tun? Im Folgenden werfen wir einen genaueren Blick darauf.

 

Die rechtlichen Aspekte dieser Preisanpassung

Bevor wir uns näher mit den Einzelheiten der Preiserhöhung befassen, werfen wir zunächst einen kurzen Blick auf die unterschiedlichen Standpunkte von Vodafone und der Verbraucherzentrale.

Der Standpunkt von Vodafone

Vodafone begründet die Preiserhöhung mit gestiegenen Energiekosten. Diese stellen das Unternehmen insbesondere beim Betrieb der erforderlichen Netzinfrastruktur vor große Herausforderungen. Allerdings bleibt unklar, weshalb dies ausschließlich zu einer Preiserhöhung bei klassischen Festnetz-Internetanschlüssen führt, während Mobilfunk- und Glasfaserverträge nicht betroffen sind. Rechtlich beruft sich Vodafone außerdem auf eine entsprechende Klausel in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die solche Preiserhöhungen ermöglichen soll.

Der Standpunkt der Verbraucherzentrale

Die Experten der Verbraucherzentrale beurteilen die Situation anders.
Nach Ansicht der Verbraucherzentrale sind sowohl die Preiserhöhung als auch die entsprechende Klausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen rechtswidrig.
Eine Preiserhöhung von mehr als zehn Prozent bei unveränderter Leistung sei aus Sicht der Verbraucherzentrale rechtlich problematisch. Außerdem bezweifelt die Verbraucherzentrale die Wirksamkeit der Vertragsklausel, auf die sich Vodafone bei der Preiserhöhung beruft.

Aus diesen Gründen sucht die Verbraucherzentrale nach möglichst vielen betroffenen Kunden. Nach einer weiteren rechtlichen Prüfung könnte eine mögliche Sammel- beziehungsweise Musterfeststellungsklage gegen Vodafone eingeleitet werden. Die zuständigen Gerichte müssten anschließend entscheiden, ob die Preiserhöhung in dieser Form zulässig ist oder ob betroffene Kunden bereits zu viel gezahlte Beträge zurückfordern können.

Darum geht es bei der Preiserhöhung von Vodafone

Sehen wir uns nun die genauen Einzelheiten und Hintergründe der Vodafone-Preiserhöhung an.

Welche Produkte und Kunden sind von der Preiserhöhung betroffen?

Nach bisherigem Kenntnisstand betrifft die Preiserhöhung ausschließlich ältere Verträge für Internetanschlüsse über Kabel und DSL. Neuere Verträge für Glasfaseranschlüsse oder Mobilfunkdienste sind von dieser Erhöhung nicht betroffen. 

Wann gilt die Preiserhöhung?

Die ersten Informationsschreiben wurden im März 2023 an die betroffenen Kunden verschickt. Die tatsächliche Preiserhöhung sollte ab Mai 2023 in Kraft treten.

Wie hoch ist die Preiserhöhung?

In den bisher bekannten Fällen beträgt die monatliche Preiserhöhung 5,00 Euro. Auf ein vollständiges Jahr gerechnet steigen die Internetkosten dadurch um 60,00 Euro. Die zusätzlichen 5,00 Euro werden auf den Grundpreis aufgeschlagen. Bei einem bekannten Beispiel erhöhte sich der Preis eines Kabelvertrags mit 250 Mbit/s von 39,98 Euro auf 44,98 Euro.

Was können betroffene Kunden tun?

Wenn Sie zu den betroffenen Kunden gehören und die Preiserhöhung nicht einfach akzeptieren möchten, stehen Ihnen derzeit zwei Möglichkeiten zur Verfügung: das Sonderkündigungsrecht und die Teilnahme an einer Sammel- beziehungsweise Musterfeststellungsklage.

Das Sonderkündigungsrecht bei Vodafone nutzen

Wer nach dieser Preiserhöhung nicht mehr Kunde bei Vodafone bleiben möchte, kann von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Dieses Recht besteht grundsätzlich, wenn eine Preiserhöhung erfolgt, ohne dass gleichzeitig die vertraglich vereinbarte Leistung verbessert wird. Dabei muss jedoch eine Frist von drei Monaten eingehalten werden. Diese Frist beginnt mit dem Erhalt der Mitteilung über die Preiserhöhung.

Eine Kündigung ist insbesondere dann sinnvoll, wenn Sie bereits einen neuen Anbieter gefunden haben, der Ihnen ein besseres oder zumindest vergleichbares Angebot machen kann. Ein detaillierter Preisvergleich ist dabei empfehlenswert. Da es sich bei den betroffenen Verträgen überwiegend um ältere Tarife handelt, besteht eine gute Chance, dass inzwischen günstigere und leistungsstärkere Angebote verfügbar sind.

Wie kann der Vodafone-Vertrag gekündigt werden?

Hier erfahren Sie, worauf Sie neben der Kündigungsfrist achten sollten und wie Sie die Kündigung Ihres Vodafone-Vertrags am besten durchführen. Dort finden Sie außerdem eine kostenlose Vorlage, mit der Sie Ihren Vodafone-DSL-Vertrag kündigen können.

An einer Sammelklage teilnehmen

Wenn Sie die Preiserhöhung nicht hinnehmen möchten, Ihren Vertrag aber auch nicht sofort kündigen wollen, können Sie sich als betroffene Person an die Verbraucherzentrale wenden. Dort können Sie Ihren Fall einfach und bequem melden und die Informationen zur Preiserhöhung online übermitteln. Wenn sich ausreichend viele Betroffene melden, könnte eine Musterfeststellungsklage eingeleitet werden.

Ein neues Gesetz hat es Verbänden wie der Verbraucherzentrale deutlich erleichtert, entsprechende Klagen einzureichen. Sobald sich mindestens 50 betroffene Personen gemeldet haben, können die Verbände die Ansprüche unmittelbar vor Gericht geltend machen. Dies könnte in Zukunft auch im Zusammenhang mit der Preiserhöhung von Vodafone geschehen.